Vortrag von Prof. Dr. Mirjam Zadoff: Erinnerungskultur in einer Welt im Aufruhr

Vortrag

Erinnerungskultur in einer Welt im Aufruhr

 

Wie erinnern wir an vergangene Verbrechen in einer Welt der Unsicherheit, der Kriege und der Krisen? Erinnerung, so argumentiert Mirjam Zadoff, ist die Basis der Resilienz unserer Demokratie und eines solidarischen Zusammenlebens überall auf der Welt. Nur mehr wenige Überlebende des Holocaust und der Nazi-Genozide können heute noch ihre Geschichte erzählen. Längst vergessen ist, gegen welch große Widerstände sie kämpften, um gehört zu werden. Ihr widerständiges Erzählen inspirierte Menschen und Projekte auf der ganzen Welt. Daraus entstanden ist eine globale Erinnerungskultur, die über vielfältige Ebenen miteinander verbunden und ineinander verwoben ist. Museen, Denkmäler und Kunstprojekte auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit der Erinnerung an Gewalt, Kriege und totalitäre Diktaturen. In der Versicherung, nach innen wie nach außen, keine Gewalt mehr zu verursachen oder zuzulassen, steht die Überzeugung, dass wir aus der Vergangenheit lernen können. Dieser Glaube an die Moderne wurde im 20. Jahrhundert zwar gründlich enttäuscht, doch gerade aus diesem Widerspruch entsteht die Möglichkeit für ein differenziertes Nachdenken über Gewalt und Verantwortung, Empathie und Demokratie.

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  • 23. März 2026 | 18:00 Uhr
  • Politische Akademie der SDS 
    Europaallee 18 
    66113 Saarbrücken
  • Livestream bei YouTube
  • AnsprechpartnerIn
    Sebastian Beck
    0681 - 906 26 - 10
    sb@sdsaar.de 

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Prof. Dr. Mirjam Zadoff

ist Kuratorin, Historikerin und Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München. 2014 bis 2019 war sie Professorin für Jüdische Studien und Geschichte an der Indiana University Bloomington. Gastprofessuren führten sie u.a. nach Zürich, Berkeley, Berlin oder Augsburg. Aktuell lehrt sie an der TU München und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In ihrer Forschung und Lehre beschäftigt sie sich mit Erinnerungskulturen, neuen Formen der Vermittlung von Geschichte, sowie der Rolle von Museen als politische und demokratische Orte. Sie ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie u.a. im Beirat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Humboldt Forum, der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, dem Haus der Wannseekonferenz und der Akademie Schloss Solitude. Zu ihren aktuellen Publikationen zählen der Essayband „Wie wir überwintern. Den Lebensmut durch die harten Zeiten retten“, „Trotzdem sprechen“ (hrsg. mit Lena Gorelik und Miryam Schellbach), „To Be Seen. Queer Lives 1900-1950“ (hrsg. mit Karolina Kühn), „Fragile Demokratien. Was freie Gesellschaften bedroht – und was sie zusammenhält“ (hrsg. mit Paul-Moritz Rabe und Denis Heuring) sowie „Gewalt und Gedächtnis. Globale Erinnerung im 21. Jahrhundert“.

 

calendar_clock Datum & Zeit
23.03.2026 18:00
-
20:00 Uhr
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Stiftung Demokratie Saarland
Europaallee 18
66113 Saarbrücken
Deutschland

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Kostenfrei. Wir bitten um Vormerkung über Sebastian Beck: sb@sdsaar.de
Prof. Dr. Mirjam Zadoff © NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography