Aktuell

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Donnerstag, 1. 2. 2018 - 18 Uhr


Gerd Koenen „Das Marx’sche Momentum“

Aus der Reihe „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“

Marx war der erste, der im Moment des Durchbruchs eines industriellen Kapitalismus die darin schlummernden neuen Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Höherentwicklung und zugleich einer maßlosen menschlichen Degradation zusammengedacht hat. Das im „Kommunistischen Manifest“ formulierte Postulat einer „Assoziation, worin die freie Entwicklung eines Jeden die Bedingung der freien Entfaltung der freien Entfaltung Aller“ wäre, beschreibt bis heute gültig, wie weit wir von einer menschen-würdigen Gesellschaft entfernt sind. Die Entstehung des europäischen Marxismus zwischen 1880 und 1914 als dem weltanschaulichen Rückgrat des europäischen Sozialismus, an erster Stelle der deutschen Sozialdemokratie, ist allerdings eine Geschichte für sich – die trotz aller problematischen Seiten zur Herausbildung der „modernen Welt“ und ihrer emanzipativen Ansprüche einen entscheidenden Beitrag geleistet hat. Was Marx selbst und was der historische Marxismus und seine Theoretiker uns heute noch zu sagen haben, steht wieder auf einem anderen Blatt.

„Du schließt die Augen und schaust in die Sonne,

und durch deine Lider hindurch siehst du die Farbe deines Blutes

– ein Karminrot.

Dies ist die Farbe deiner leiblichen Existenz.

Grün ist die Farbe der äußeren Vegetation.

Gelb ist die Farbe der Sonne.

Blau ist der Himmel über dir.“

Mit diesen Sätzen beginnt Gerd Koenen seine epische Geschichte des Kommunismus, die von der alten in die moderne Welt und bis heute reicht. In seiner meisterhaften Darstellung holt er den Kommunismus aus dem Reich der reinen «Ideen» auf den Boden der wirklichen menschlichen Geschichte zurück. Er macht auf neue Weise plausibel, warum Marxismus, Sozialismus und Kommunismus eine naheliegende Antwort auf die vom modernen Kapitalismus erzeugten Umwälzungen waren – aber ebenso, wie und weshalb der «Kommunismus» als politisches System in Russland wie in China und anderswo in Terror und Paranoia endete.

Gerd Koenen schildert in seinem großen Buch die Geschichte des Kommunismus als untrennbaren Teil der Entwicklung menschlicher Gesellschaften. Weit entfernt, nur eine exzentrische Idee des 19. Jahrhunderts zu sein, hat der Kommunismus tiefe Wurzeln in den religiösen Erzählungen, philosophischen Lehren, gelebten Sozialformen oder literarischen Utopien, gerade auch Europas. Marx war der erste, der im Moment des Durchbruchs eines industriellen Kapitalismus die darin schlummernden neuen Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Höherentwicklung und zugleich einer maßlosen menschlichen Degradation zusammengedacht hat. Das im „Kommunistischen Manifest“ formulierte Postulat einer „Assoziation, worin die freie Entwicklung eines Jeden die Bedingung der freien Entfaltung Aller“ wäre, beschreibt bis heute gültig, wie weit wir von einer menschenwürdigen Gesellschaft entfernt sind. In der Katastrophe des Ersten Weltkriegs trennten sich die Wege eines emanzipativen, aber geschwächten westlichen Sozialismus und eines vom Führer der russischen Bolschewiki, Lenin, ideologisch und praktisch völlig neu formatierten, machtvoll agierenden „Kommunismus“ des 20. Jahrhunderts. Gerd Koenen analysiert als Erzähler mit großem Atem die Stationen dieser gewaltigen Geschichte, in der Humanismus und Terror, Kunst und Propaganda, Aufbau und Abbruch, Sieg und Niederlage so nahe beieinander gelegen haben wie nirgends sonst. Und die Metamorphosen seit 1989, allen voran Chinas, stellen viele Fragen noch einmal ganz neu.

Gerd Koenen ist Historiker und Publizist. Er war bis 1982 ein führendes Mitglied des KBW, danach u. a. Redakteur der Zeitschrift „Pflasterstrand“ und Mitarbeiter von Lew Kopelew. Seine Bücher „Utopie der Säuberung“, „Das rote Jahrzehnt“ und „Vesper, Ensslin, Baader“ waren Bestseller. 2007 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

 


 

 


Datum: 9.2.2018


Vortrag – Gerd Koenen „Warum Russland?“ – aus der Reihe „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“

Freitag, 9. Februar

18.00 Uhr kino achteinhalb

Nauwieser Straße 19, Saarbrücken

– Eintritt frei –

 Zum Flyer hier

 

Gerd Koenen „Warum Russland?“

Aus der Reihe „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“

Diese Frage führt ins Zentrum der Geschichte des modernen Kommunismus – und damit der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Hätte all das, was man nach 1917 mit einer kommunistischen Bewegung verbunden hat, irgendwann und irgendwo anders entstehen können als eben im Russländischen Vielvölkerreich im Moment seines Zusammenbruchs in Krieg und Revolution 1917? Hätte irgendwo sonst eine so vergleichsweise kleine Kampforganisation wie Lenins Bolschewiki eine derartige autokratische Macht so widerstandslos an sich reißen und in einem mehrjährigen, verheerenden Bürgerkrieg so bedingungslos behaupten, die historisch gewachsenen sozialökonomischen Strukturen so radikal einschmelzen und die aus allen abgefallenen Reichsteilen einen Suprastaat von solch neuartigem Zuschnitt, solcher Potenz und solcher internationalen Ausstrahlung errichten können? Nicht von alledem war „historisch notwendig“. Aber es war historisch möglich. Mehr noch: „Sowjetrussland“ konnte sich in der Weltkriegsperiode zum Kern einer Kommunistischen Internationale machen, die auf ihre Weise Epoche gemacht hat.

„Du schließt die Augen und schaust in die Sonne,

und durch deine Lider hindurch siehst du die Farbe deines Blutes

– ein Karminrot.

Dies ist die Farbe deiner leiblichen Existenz.

Grün ist die Farbe der äußeren Vegetation.

Gelb ist die Farbe der Sonne.

Blau ist der Himmel über dir.“

Mit diesen Sätzen beginnt Gerd Koenen seine epische Geschichte des Kommunismus, die von der alten in die moderne Welt und bis heute reicht. In seiner meisterhaften Darstellung holt er den Kommunismus aus dem Reich der reinen «Ideen» auf den Boden der wirklichen menschlichen Geschichte zurück. Er macht auf neue Weise plausibel, warum Marxismus, Sozialismus und Kommunismus eine naheliegende Antwort auf die vom modernen Kapitalismus erzeugten Umwälzungen waren – aber ebenso, wie und weshalb der «Kommunismus» als politisches System in Russland wie in China und anderswo in Terror und Paranoia endete.

Gerd Koenen schildert in seinem großen Buch die Geschichte des Kommunismus als untrennbaren Teil der Entwicklung menschlicher Gesellschaften. Weit entfernt, nur eine exzentrische Idee des 19. Jahrhunderts zu sein, hat der Kommunismus tiefe Wurzeln in den religiösen Erzählungen, philosophischen Lehren, gelebten Sozialformen oder literarischen Utopien, gerade auch Europas. Marx war der erste, der im Moment des Durchbruchs eines industriellen Kapitalismus die darin schlummernden neuen Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Höherentwicklung und zugleich einer maßlosen menschlichen Degradation zusammengedacht hat. Das im „Kommunistischen Manifest“ formulierte Postulat einer „Assoziation, worin die freie Entwicklung eines Jeden die Bedingung der freien Entfaltung Aller“ wäre, beschreibt bis heute gültig, wie weit wir von einer menschenwürdigen Gesellschaft entfernt sind. In der Katastrophe des Ersten Weltkriegs trennten sich die Wege eines emanzipativen, aber geschwächten westlichen Sozialismus und eines vom Führer der russischen Bolschewiki, Lenin, ideologisch und praktisch völlig neu formatierten, machtvoll agierenden „Kommunismus“ des 20. Jahrhunderts. Gerd Koenen analysiert als Erzähler mit großem Atem die Stationen dieser gewaltigen Geschichte, in der Humanismus und Terror, Kunst und Propaganda, Aufbau und Abbruch, Sieg und Niederlage so nahe beieinander gelegen haben wie nirgends sonst. Und die Metamorphosen seit 1989, allen voran Chinas, stellen viele Fragen noch einmal ganz neu.

Gerd Koenen ist Historiker und Publizist. Er war bis 1982 ein führendes Mitglied des KBW, danach u. a. Redakteur der Zeitschrift „Pflasterstrand“ und Mitarbeiter von Lew Kopelew. Seine Bücher „Utopie der Säuberung“, „Das rote Jahrzehnt“ und „Vesper, Ensslin, Baader“ waren Bestseller. 2007 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

 


Datum: 15.2.2018


Vortrag – Gerd Koenen „Die große Kluft – China und Europa“ – aus der Reihe „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“

Donnerstag, 15. Februar

18.00 Uhr kino achteinhalb

Nauwieser Straße 19, Saarbrücken

– Eintritt frei –

 Zum Flyer hier

Gerd Koenen „Die große Kluft – China und Europa“

Aus der Reihe „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“

In allen neueren Geschichten der modernen Welt ist die „große Divergenz“, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts zwischen China und Europa aufbrach, eine zentrale Achse der Betrachtung. Ob der 150-jährige Abwärtstaumel, in den China als das älteste und mächtigste Reich der Welt durch die europäischen Interventionen (vor allem die „Opium-Kriege“) getriggert war oder nicht eher einem inneren Zerfall, insbesondere durch den Taiping-Aufstand von 1851-1864, geschuldet war, ist umstritten. Die Kommunisten haben China, wie Mao 1949 sagte, „wiederaufgerichtet“ – aber zunächst einmal in einen neuen, chaotischen Zyklus von „Klassenkämpfen“ und Bürgerkriegen gestürzt. Erst seit den 1980er Jahren, seit der Ägide Deng Xiao-pings, trägt das Regime Züge einer Entwicklungsdikatur und beginnt die „Große Kluft“ sich in einem historischen beispiellosen Tempo zu schließen.   In einer vollkommen neuartigen Mixtur aus kommunistischen Machttechnologien und kapitalistischen Wirtschafts- und Finanzpraktiken, Marxismus-Leninismus und konfuzianischer Reichsideologie, tritt die Volksrepublik China heute den Ländern des Westens als Gegenspieler auf allen Gebieten gegenüber, mehr noch: setzt sich in der Ära Trump selbst an die Spitze der Globalisierungs-Dynamiken.

„Du schließt die Augen und schaust in die Sonne,

und durch deine Lider hindurch siehst du die Farbe deines Blutes

– ein Karminrot.

Dies ist die Farbe deiner leiblichen Existenz.

Grün ist die Farbe der äußeren Vegetation.

Gelb ist die Farbe der Sonne.

Blau ist der Himmel über dir.“

Mit diesen Sätzen beginnt Gerd Koenen seine epische Geschichte des Kommunismus, die von der alten in die moderne Welt und bis heute reicht. In seiner meisterhaften Darstellung holt er den Kommunismus aus dem Reich der reinen «Ideen» auf den Boden der wirklichen menschlichen Geschichte zurück. Er macht auf neue Weise plausibel, warum Marxismus, Sozialismus und Kommunismus eine naheliegende Antwort auf die vom modernen Kapitalismus erzeugten Umwälzungen waren – aber ebenso, wie und weshalb der «Kommunismus» als politisches System in Russland wie in China und anderswo in Terror und Paranoia endete.

Gerd Koenen schildert in seinem großen Buch die Geschichte des Kommunismus als untrennbaren Teil der Entwicklung menschlicher Gesellschaften. Weit entfernt, nur eine exzentrische Idee des 19. Jahrhunderts zu sein, hat der Kommunismus tiefe Wurzeln in den religiösen Erzählungen, philosophischen Lehren, gelebten Sozialformen oder literarischen Utopien, gerade auch Europas. Marx war der erste, der im Moment des Durchbruchs eines industriellen Kapitalismus die darin schlummernden neuen Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Höherentwicklung und zugleich einer maßlosen menschlichen Degradation zusammengedacht hat. Das im „Kommunistischen Manifest“ formulierte Postulat einer „Assoziation, worin die freie Entwicklung eines Jeden die Bedingung der freien Entfaltung Aller“ wäre, beschreibt bis heute gültig, wie weit wir von einer menschenwürdigen Gesellschaft entfernt sind. In der Katastrophe des Ersten Weltkriegs trennten sich die Wege eines emanzipativen, aber geschwächten westlichen Sozialismus und eines vom Führer der russischen Bolschewiki, Lenin, ideologisch und praktisch völlig neu formatierten, machtvoll agierenden „Kommunismus“ des 20. Jahrhunderts. Gerd Koenen analysiert als Erzähler mit großem Atem die Stationen dieser gewaltigen Geschichte, in der Humanismus und Terror, Kunst und Propaganda, Aufbau und Abbruch, Sieg und Niederlage so nahe beieinander gelegen haben wie nirgends sonst. Und die Metamorphosen seit 1989, allen voran Chinas, stellen viele Fragen noch einmal ganz neu.

Gerd Koenen ist Historiker und Publizist. Er war bis 1982 ein führendes Mitglied des KBW, danach u. a. Redakteur der Zeitschrift „Pflasterstrand“ und Mitarbeiter von Lew Kopelew. Seine Bücher „Utopie der Säuberung“, „Das rote Jahrzehnt“ und „Vesper, Ensslin, Baader“ waren Bestseller. 2007 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.