SEMINAR Hannah Arendts Denktagebuch mit Dr. Verena Paul

Seminar 

Hannah Arendts DENKTAGEBUCH

 

Hannah Arendts „Denktagebuch“ darf zu einem ihrer aufschlussreichsten, vielfältigsten und stimulierendsten Werke gezählt werden, entspricht es der Form nach doch wohl am deutlichsten ihrem Denken. So begegnen uns sowohl Aphorismen, Gedichte als auch Interpretationen von Zitaten, die ein sich stetig erneuerndes Reflektieren dokumentieren. Dabei denkt Arendt über eigene anthropologische Schlüsselbegriffe wie ‚Anfangen‘ oder ‚Liebe‘ nach, notiert Überlegungen zu den für sie wichtigen philosophischen Stichworten ‚das Böse‘, ‚Wahrheit‘, ‚Pluralität‘ oder ‚Freiheit‘. Und nicht zuletzt bilden Begriffe wie ‚Macht‘ und ‚Gewalt‘ oder ‚Arbeiten‘, ‚Handeln‘ und ‚Denken‘ Schwerpunkte ihrer Notizen. All diese Gedanken haben für sich selbst Geltung, sind aber zugleich durch Beziehungen miteinander verwoben. Obwohl nicht zur Veröffentlichung angedacht, finden sich in Arendts Werk, das 1950 begonnen und 1973 ausklingt, keine privaten Aufzeichnungen. Vielleicht sind es aber gerade jene konzentrierten Gedanken, die eine Begegnung mit der Philosophin am intensivsten und lebendigsten ermöglichen. „Der Dialog des Denkens. Wo er fehlt, gibt es keine Tiefe mehr, sondern Verflachung. Das gesamte öffentliche Leben unserer Zeit drängt auf Verflachung. Aus dieser Verflachung kommt das Unheil – und nicht aus der Tiefe, die wir verloren haben“, schreibt Arendt. Das „Denktagebuch“ ist eines der faszinierendsten Archive politischen Denkens und der Philosophie des 20. Jahrhunderts, das zu einer fortwährenden Beschäftigung einlädt. Ein Anfang möge in diesem Seminar gemacht werden!

 

Inhalte:

  • Wie kann die Fülle des Denktagebuchs gelesen und interpretiert werden?
  • Welchen Beitrag ermöglicht das Denktagebuch zum besseren Verständnis von Hannah Arendts Werk mit all seinen Denkdialogen?
  • 16. Mai 2026
    10:00 Uhr – 15:00 Uhr
  • Politische Akademie der SDS 
    Europaallee 18 
    66113 Saarbrücken
  • AnsprechpartnerIn
    Saskia Guthörl
    0681 906 26 22
    sg@sdsaar.de 

     

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Dr. Verena Paul

studierte von 2002 bis 2008 Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Neuere Geschichte an der Universität des Saarlandes und an der Universität Hamburg. 2012 erfolgte die Promotion "'Schreiben mit gespaltener Feder'. Peter Rühmkorfs ästhetisch-politisches Doppelengagement". 2016 schloss sie das Fernstudium "Public Relations" an der Freien Journalistenschule Berlin ab. Seit 2015 bietet sie in der Stiftung Demokratie Saarland Seminare an, u.a. zum Werk Hannah Arendts, Walter Benjamins, Jean Amérys, Simone de Beauvoirs, Susan Sontags und Didier Eribons sowie zu Themen wie der neuen Frauenrechtsbewegung oder autobiographischer Prosa deutsch-jüdischer Autorinnen. Von 2017 bis 2025 war sie im Sprecher:innenrat der AG "Orte der Demokratiegeschichte". Seit 2024 ist sie geschäftsführende Studienleiterin der Stiftung Demokratie Saarland.

calendar_clock Datum & Zeit
22.05.2026 10:00
-
15:00 Uhr
pin_drop Veranstaltungsort

Stiftung Demokratie Saarland
Europaallee 18
66113 Saarbrücken
Deutschland

sell Eintrittspreis
Kostenfrei. Wir bitten um Vormerkung über Saskia Guthörl sg@sdsaar.de
Denktagebuch