BIBLIOTHEK DER LESER

 

 

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April 2026


 


 


 

CHRISTOPH HUSCHENS empfiehlt:


 


 

Joy mit Joy ce?


 

Gravitätisch kam das dicke Buch in meinen Blick, seit Jahrzehnten vorne im Regal. Ein Tag, ein Ort, drei Personen. Fertig sollte man meinen. Der Ort ist Dublin, der Tag ist der 16. Juni 1904. Die drei Hauptfiguren in Dublin: Leopold Bloom, Anzeigenakquisiteur jüdischer Herkunft; seine Frau Molly Bloom, eine Sängerin; und Stephen Dedalus (oder Dädalus), ein junger Intellektueller.


 

James Joyce’ Ulysses ist für mich ein Meilenstein der literarischen Moderne. Die Struktur des Romans orientiert sich lose an Homers Odyssee, die der Leser nicht nur als Zeichentrickfilm kennen sollte: Bloom wird zum modernen Odysseus, der durch die Straßen Dublins irrt, während Stephen Dedalus eine Art Telemach ist. Die Episoden spielen mit den Stationen der antiken Vorlage, sind jedoch radikal modernisiert und in experimenteller Sprache verfasst. Joyce nutzt den „stream of consciousness – einen inneren Monolog, der Gedanken, Erinnerungen und Sinneseindrücke ungefiltert wiedergibt. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild der Figuren, das über äußere Handlung weit hinausgeht.


 

Thematisch kreist Ulysses um Identität, Sexualität, Religion, Nationalismus und die Suche nach Zugehörigkeit. Bloom begegnet Vorurteilen und Isolation, Stephen ringt mit intellektueller Selbstfindung, und Molly reflektiert in einem berühmten Schlussmonolog über Liebe und Begehren. Die Sprache variiert von klassisch bis vulgär, von poetisch bis parodistisch – ein stilistisches Kaleidoskop, das die Grenzen des Romans sprengt. Joyce’ Werk ist zugleich ein Liebesbrief an Dublin und ein radikaler Bruch mit literarischer Konvention.

Dublin ist für mich verbunden mit der Folkmusic der 70er. Sicher keine beliebige Stadt. Das Buch bringt mich zum Lachen und Staunen. Ich bin allerdings auch ein altes Modell, alte Bildung, alte Sprachen - auch Latein. Was braucht es zum Lesen? Leseübung, ja Tempo, um den Fluss der Gedanken zu spüren, Bereitschaft, Gedanken nachzuspüren.

 

Als deutsche Ausgaben kenne ich die Übersetzung von Hans Wollschläger aus dem Jahr 1975 und die Übersetzung von Georg Goyert (1927). Welche die Bessere ist? Diejenige, die gelesen wurde, ist die Beste. 

Und jetzt ›Huschhusch ins Körbchen‹ oder ›Rin in die Kiste‹, Nierchen zum Frühstück und ›...und ja ich sage ja ich will Ja‹.


 


 


 

 

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Beginn:
01.04.2026 10:00 Uhr
Ende:
30.04.2026 19:00 Uhr
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