Ein Abend rund um Stefan Zweig und Frans Masereel

Nur wenige Menschen in Europa ahnten im Sommer 1914, wie fürchterlich ein Krieg zwischen den europäischen Großmächten werden würde; viele gaben sich derI llusion hin, er könne in wenigen Wochen oder Monaten beendet werden.

Als der Erste Weltkrieg ausbricht, ist der in Wien geborene österreichische Schriftsteller Stefan Zweig 33 Jahre alt und hat als Autor schon ein beachtliches Publikum für sich gewonnen. Schon sehr früh ist er mit seinen Novellen erfolgreich und wird zu einem der am häufigsten übersetzten Schriftsteller weltweit.

Der belgische Künstler Frans Masereel ist 25 Jahre alt und steht am Anfang einer Karriere, die ihn bald in eine Reihe mit den bedeutendsten Holzschneidern und Antikriegskünstlern stellen wird.

Im Herbst 1918 kommt es dann zur künstlerischen Zusammenarbeit von Zweig und Masereel. Stolz kündigt der Insel-Verlag in seiner Hauszeitschrift, Das Inselschiff, Stefan Zweigs Novelle Der Zwang als das » erste deutsche Buch mit eigens dazu angefertigten Holzschnitten des genialen in Deutschland noch fast unbekannten flämischen Künstlers « an. Die ersten Entwürfe für die Holzschnitte zu Zweigs Novelle, geschrieben unter dem Arbeitstitel Der Refractair [der Fahnenflüchtige] entstehen im November 1918 am Ort der Handlung des Buches, in Rüschlikon am Zürichsee.

Es ist das Verdienst der Büchergilde Gutenberg, Zweigs Novelle Der Zwang mit den Holzschnitten Masereels einhundert Jahre nach der Erstausgabe einer neuen Leserschaft zugänglich zu machen. Kriege und Nationalismus bestimmen weltweit die Politik, angereichert und befeuert durch die Rückkehr des Rassismus aus vergangen geglaubten Zeiten. Möge Zweigs Novelle ein kleiner Beitrag zur Verwirklichung unseres Traums von einer freien Gesellschaft sein.

Wir laden herzlich ein zu Vortrag, Film und Leseperformance rund um Stefan Zweig und Frans Masereel.

27.02.2020 - 19:00 bis 20:30
Pingusson-Bau, Hohenzollernstraße 60, 66117 Saarbrücken (Eingang über den Park)
Der Eintritt ist frei.